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Politik

Iran und die WM 2026: Ein fragwürdiges Dilemma

Die Teilnahme des Iran an der WM 2026 steht auf der Kippe. Klare Bedingungen und FIFA-Kritik prägen den Diskurs.

Ein greller Nachmittag in Teheran.

Die Straßen sind gesäumt von Menschen in bunten Trikots, die mit tatkräftigem Gesang ihre Nationalmannschaft anfeuern. In den Cafés wird angeregt über die Chancen der iranischen Fußballer diskutiert, während die heisse Sommerluft schon bald den Durst nach einem kühlen Getränk weckt. Auf dem großen Bildschirm im Stadtzentrum laufen die letzten Szenen eines entscheidenden Qualifikationsspiels, und jeder Treffer wird von einem kollektiven Aufschrei der Freude begleitet. Doch hinter diesem fröhlichen Treiben schwebt ein Schatten – die Frage, ob der Iran tatsächlich an der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko teilnehmen wird, bleibt ungeklärt.

Es sind die Bedingungen, die die FIFA an die Teilnehmenden stellt, die die Gemüter erhitzen. Politische Vorgaben, Menschenrechtsfragen und die Haltung der iranischen Regierung sind Stichpunkte, die in den letzten Monaten zu heftiger Diskussion geführt haben. Die FIFA wird immer wieder kritisiert, dass sie nicht nur eine Sportinstitution, sondern auch ein politischer Akteur ist, der mit seinen Entscheidungen über sportliche Ereignisse Einfluss auf internationale Politik nimmt. Die FIFA stellt klar, dass eine Teilnahme nur dann möglich sei, wenn sich der Iran in Bezug auf Menschenrechte und gesellschaftliche Freiheiten am internationalen Standard orientiere. Ein heikles Thema, ist das doch ein Bereich, in dem die iranische Regierung notorisch schwach abschneidet.

In der Öffentlichkeit gibt es viel Unmut über diese Doppelzüngigkeit. Die FIFA, die einerseits als Hüterin des Fußballs auftritt, erhebt gleichzeitig moralische Ansprüche, die zugleich die Nationen unter Druck setzen. Man fragt sich: Ist das wirklich die Rolle eines Sportverbandes? Die Ironie, dass ein Land, dessen Regierung regelmäßig gegen die Grundrechte ihrer Bürger verstößt, durch sportliche Erfolge seine Soft Power ausbauen könnte, ist kaum zu übersehen. Während die Spieler für eine Teilnahme kämpfen, stehen sie im Schatten der politischen Realität – ein klebriger Zwiespalt, der sich nicht leicht auflösen lässt.

Die WM und die damit verbundene Teilnahme sind für viele im Iran nicht nur ein sportliches Ereignis, sondern auch eine Gelegenheit, nationale Identität und Stolz auszudrücken. Doch die dunklen Wolken der politischen Kritik und der gesellschaftlichen Realität lassen wenig Raum für ungetrübte Vorfreude. Während man auf den Straßen Teherans den WM-Traum träumt, bleibt die Teilnahme des Iran im Raum stehen wie ein ungebetener Gast, der nur schwer einen Platz an der festlich gedeckten Tafel finden kann.

In der Ferne sind die Jubelrufe von Teheran zu hören und die Menschen hoffen auf das Unmögliche. Den vielleicht ersten Schritt zum Sport vor Politik zu machen, während die FIFA im Hintergrund ihre Bedingungen diktiert. Die Welt des Fußballs ist zweifellos ein Schaufenster für die Gesellschaft – und in Teheran sieht man deutlich, dass dieser Fußball oft auch ein Terrain der politischen Auseinandersetzung ist.

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